Kolpingstraße: FWG-Ratsherr Kamin will die Reißleine ziehen

© Die Glocke Rheda-Wiedenbrück | Rheda-Wiedenbrück | 20.10.2020 | Seite 13

Rheda-Wiedenbrück (sud). Das Bauleitverfahren Kolpingstraße stoppen will Dirk Kamin. Er hat einen Antrag für die nächste Ratssitzung gestellt. Stattdessen solle auf dem Areal in Bahnhofsnähe in erster Linie Wohnbebauung vorangetrieben werden, fordert der FWG-Ratsherr.

„Es wird höchste Zeit, dass endlich dieser Antrag gestellt wird“, unterstreicht Kamin. „Damit tragen wir dem Bürgerwillen Rechnung.“ Er selbst habe in den vergangenen Wochen mit vielen Menschen gesprochen und dabei festgestellt, „dass das geplante Einkaufszentrum an der Kolpingstraße eigentlich niemand will“. Die Ablehnung sei groß.

Vor der Kommunalwahl hatte die Politik indes noch Nägel mit Köpfen gemacht und das Bauleitverfahren nach den nun in der Kritik stehenden Plänen weiter vorangebracht. „Ich war bei dieser Sache von Anfang an skeptisch“, sagt Kamin. Vor allem die CDU als Mehrheitsfraktion habe hinter dem Projekt gestanden.
„Ein Einkaufszentrum mit Supermarkt ist so ziemlich das Letzte, was wir an dieser Stelle brauchen“, sagt Kamin. Stattdessen werde zusätzlicher Wohnraum benötigt. Und den gelte es nun in großem Umfang auf dem Gelände der Industriebrache an der Kolpingstraße zu schaffen.

Dabei wünscht sich der Freie Wähler einen „gelungenen Mix“ aus kleineren und größeren, aus kostengünstigen und hochwertigen Wohneinheiten. „Ziel sollte es sein, maßgeschneiderte Unterkünfte für möglichst viele Bevölkerungsschichten anzubieten.“ Weil auch Sozialwohnungen Mangelware sind, fordert er einen Anteil an öffentlich gefördertem Wohnraum von 30 Prozent. Auf diese Weise könnten auch Menschen mit geringem Einkommen profitieren. Denkbar seien zudem in geringem Umfang Büros und Räumlichkeiten für Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor, „aber ausdrücklich kein Einzelhandel“, bekräftigt Kamin.

Der Zeitpunkt, die bisherigen Planungen für die Kolpingstraße anzuhalten, sei gut. „Denn so viel ich weiß, hat der Investor bislang nicht das geforderte Verkehrskonzept vorgelegt“, sagt Dirk Kamin. Der Ratsherr glaubt ohnehin nicht, dass der Kreisel am Bahnhof dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen, das ein Einkaufszentrum mit sich bringen würde, gewachsen wäre. Auch die Grundstücksverhandlungen für den Fußweg, der die Kolpingstraße nach bisherigen Plänen mit der Innenstadt verbinden soll, sei nach seinen Erkenntnissen noch nicht in trockenen Tüchern, sagt Kamin. „Jetzt ist die Chance, die Reißleine zu ziehen und die Nachnutzung des Kolpingstraßen-Areals noch einmal neu zu denken.“

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