Freie Wähler streben Fraktionsstärke an

© Die Glocke Rheda-Wiedenbrück 24.07.2020

Rheda-Wiedenbrück (sud) – Für eine bürgerfreundlichere Stadtverwaltung und transparentere politische Entscheidungsprozesse zieht die Freie Wählergemeinschaft (FWG) in den Kommunalwahlkampf. Prominentester Neuzugang ist Günter Arlt, Vorsitzender des Vereins „Mit Natur wohnen“.

Der Bürgerwille als Richtschnur: (v. l.) Günter Arlt (68, Diplom-Wirtschaftsingenieur), Bianca Weber (47, Bankkauffrau) und Dirk Kamin (77, Betriebswirt) führen die Kandidatenliste der FWG für die Stadtratswahl an. Auf dem Hof Meise im Norden Rhedas stellten sie jetzt ihr Programm vor. Foto: Sudbrock

Unter Arlts Führung hatte der Verein unter anderem den Kahlschlag im Rhedaer A2-Forst öffentlich angeprangert und sich gegen die Ausweisung eines siedlungsnahen Gewerbegebiets am benachbarten Kiefernweg gewehrt. „Für uns war immer klar, dass wir auf Dauer auch politisch mitreden wollen“, erklärt Arlt sein Engagement und das zwei weiterer Vereinsmitglieder bei der FWG, die sie von Anfang an unterstützt habe. „Wir wollen im Ratssaal nicht länger nur auf der Zuschauertribüne sitzen.“

Die FWG hat Arlt auf den Ratslistenplatz zwei gesetzt. Spitzenkandidat ist erneut Dirk Kamin, der für die Unabhängigen seit 2009 im Stadtrat sitzt, aktuell als Einzelkämpfer. Das soll sich ändern: „Wir streben Fraktionsstärke an, um auch in den Fachausschüssen mitentscheiden zu dürfen“, sagt er. Dafür müsste die FWG mit mindestens zwei Mitgliedern im neuen Rat vertreten sein. Die Freien Wähler fordern mehr Bürgernähe in allen Bereichen des öffentlichen Lebens und machen dabei vor sich selbst nicht halt. „Unser Wahlprogramm ist keine Liste unserer eigenen Wünsche“, unterstreicht Dirk Kamin. „Wir haben im Vorfeld die Bürger gefragt, was sie wollen.“ Verbesserungsbedarf gibt es demnach vor allem in der Stadtverwaltung, die oft zu träge und zu wenig bürgernah agiere. „Die Bürger fordern Antworten und keine Ausflüchte, wenn sie sich mit einem Anliegen ans Rathaus wenden“, bekräftigt Kamin. Von den 400 Verwaltungsmitarbeitern wünscht er sich „mehr Freundlichkeit, weniger Amtssprache und dass sie für die Stadt und ihre Bürger durchs Feuer gehen, wenn es sein muss“.

Die Reserveliste der FWG für die Stadtratswahl (in Klammern der Wahlbezirk, in dem der jeweilige Kandidat antritt): 1. Dirk Kamin (WB 7), 2. Günter Arlt (WB 15), 3. Bianca Weber (WB 1), 4. Sabine Hübsch (WB 9), 5. Sergei Gorenbacher (WB 5), 6. Tülay Coban (WB 3), 7. Burkhard Ellefred (WB 8), 8. Wilfried Aulbur (WB 19), 9. Bernhard Reckhaus (WB 2), 10. Oliver Hübsch (WB 4), 11. Erick Mehl (WB 17), 12. Bogdan-Stefan Dinu (WB 12), 13. Johanna Weber (WB 13), 14. Dagmara Boruszewska (WB 16), 15. Johannes Lübbering (WB 10), 16. Klaus Hollenberg (WB 11), 17. Heinz-Joachim Koch (WB 6), 18. Ernst Seidel (WB 18) und 19. Aslan Kücük (WB 14).

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